Weinportraits
Pineau des Charentes
Pineau des Charentes - eine französische Likörspezialität
sprich: Pino de scharont.
Die Charente ist eine der schönsten Gegenden Frankreichs, mit mildem Klima und unendlichen Sandstränden an der Atlantikküste. Das vom Fluß Charente durchflossene Gebiet erstreckt sich von der Küste südlich La Rochelles bis hinter Angoulême und Jonzac und umfaßt die Cognac-Region.
Das ozeanische Klima ist von einer hohen Sonnenscheindauer mit geringen Temperaturschwankungen geprägt, was die langsame Reifung der Trauben begünstigt. Die meisten Reben des Anbaubereichs liefern den Grundstoff für Cognac. Er dient auch als Weingeist, mit dem die Gärung des Pineau-Mostes gestoppt wird. Bei Pineaus des Charentes handelt es sich nämlich um eine Mischung von teilvergorenem Most mit dem berühmten Branntwein.
Wie die Legende berichtet, ist der Pineau des Charentes ein Kind des Zufalls. Im 16. Jahrhundert goß ein Winzer während der Weinlese aus Versehen Traubenmost in ein Faß mit Cognac. Aus Wut über seine Unachtsamkeit schob er das nutzlose Fass in eine Ecke seines Kellers. Erst Jahre danach, als einmal die Weinlese überreichlich war, holte er das Fass wieder hervor. Als er aber den vermeintlich verdorbenen Inhalt wegschütten wollte, stellte er zu seiner Überraschung fest, das die Flüssigkeit wunderbar rein, klar und köstlich war. Dies war die Geburtsstunde des Pineau des Charentes.
Vier Jahrhunderte später nutzen die Winzer der Charente noch immer die Rezeptur, die diesem glücklichen Zufall zu verdanken ist. Der weiße Pineau entsteht aus den weißen Rebsorten Ugni blanc, Folle blanche, Colombard, Sémillon, Sauvignon blanc und Montils. Es wird auch noch ein roter Pineau aus Cabernet und Merlot hergestellt. Um die Herkunftsbezeichnung zu erhalten, müssen strenge Bedingungen eingehalten werden. Der Cognac muss aus demselben Gebiet kommen und mindestens 60 Volumenprozent aufweisen. Die Mischung von Traubenmost mit Cognac soll zu einem Alkoholgehalt zwischen 16 und 22 Volumenprozent führen, und die Erzeugung darf 23 hl pro Hektar bewirtschafteter Fläche nicht übersteigen. Der Pineau des Charentes wird erst zum Verkauf angeboten, nachdem ihn eine Probekommission unter der Kontrolle des französischen Instituts für die "Apellations d'Origine" feigegeben hat. Anschließend muss er mindestens ein Jahr in Eichenfässern lagern.
Serviert wird der Pineau des Charentes mit einer Temperatur von 8°-10°C in einem Tulpenglas (Sherryglas). So kann sich sein volles Bukett optimal entfalten und Sie können die einzigartige Kombination von Fruchtigkeit des Traubenmostes und Fülle des Cognacs genießen.
Pineau des Charentes wir gut gekühlt als Apéritif und zum Dessert getrunken. Der weiße Pinau passt hervorragend zu Roquefort und Gänseleberpastete und ergänzt alle Fisch- und Muschelgerichte um einen Hauch Frische. Viele berühmte Köche haben seinen runden Geschmack zur Verfeinerung exquisiter Speisen entdeckt. Die regionale Küche der Charente setzt ihn zur geschmacklichen Abrundung vieler Soßen ein.
