Weinportraits
Weinportrait Riesling GG Wirsching
2007 Julius-Echter-Berg Riesling trocken Großes Gewächs
Weingut Hans Wirsching Iphofen-Franken
Das Weingut gehört zu den renommiertesten Familienweingütern im Weinanbaugebiet Franken. Mit ca. 75 Hektar Fläche gehört es zu den größeren Betrieben mit einer Produktion an Wein, die über alle Vertriebsschienen (Großmärkte, Lebensmittelhandel, Fachhandel und Endverbraucher) verteilt werden. Daher ist die Produktion für alle Bereiche zugeschnitten. Durch das hohe Renommee ist das Preisniveau insgesamt überdurchschnittlich.
Die Weinstile reichen von modern hergestellten süffigen Weinen über traditionell reifefähige, im alten Holzfass ausgebaute Weine bis hin zu modernen, kräftigen im Barrique hergestellten Spezialitäten.
Großes Gewächs, abgekürzt „GG“, ist eine neue zulässige Bezeichnung für bestimmte Weine des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VdP). Der VdP ist eine Erzeugervereinigung von renommierten Weingütern, welche das Ziel hat die Produktion und den Vertrieb hochwertiger Weine zu fördern.
Die Bezeichnung GG ist Weinen vorbehalten, die in alten Spitzenlagen aus klassischen Rebsorten hergestellt werden, mit dem Ziel, den Charakter dieser Lage im Wein auszudrücken. Eine hochwertige Lage besitzt eine relativ unfruchtbare Bodenoberfläche und ein eigenes Mikroklima. Die Rebe muss, um sich zu ernähren, tief in den Unterboden wurzeln. Die mühselig dem Boden entnommenen Nährstoffverbindungen enthalten Bestandteile, die teilweise in den Beeren eingelagert werden und dem Wein später eine eigenes Geschmacksprofil verleihen. Teilweise brauchen diese Stoffe zur Geschmacksentwicklung eine Reifelagerung in der Flasche. Der Winzer unterstützt diese anstrengende Form der Nährstoffaufnahme durch Ertragsreduzierung.
Bei den trockenen Weinen GG verzichtet man auf Zusatzbezeichnungen wie Spätlese oder Auslese.
Die Lage Julius-Echter-Berg befindet sich an der Südseite des Steigerwaldes. Gipskeuper auf Schilfgrassandstein aus dem Trias bildet den Grund.
Wie schmeckt eine Lage? Das Besondere einer Lage ist die Mineralität. Mineralität im Wein schmeckt am ehesten leicht salzig oder würzig- kräuterig oder bietet zarte herbe Noten. Gleichzeitig werden die bekannten Fruchtnoten etwas verdrängt. Ein Wein benötigt eine gewisse Lagerreife, um aus den mineralischen Komponenten schmeckbare aromatische Verbindungen zu bilden.
Durchschnittliche Weine sind unkompliziert zu trinken. Lagenweine bilden einen individuellen Geschmack heraus, der beim ersten Kontakt häufig Unverständnis hervorruft. Auf den ersten Schluck kommen diese Weine manchmal ein wenig gewöhnungsbedürftig daher. Mit ein wenig Offenheit kann der Weintrinker diese Individualisten schätzen lernen.
Dieser Riesling ist nun vier Jahre alt und entwickelt eine erste Reife.
Die Farbe ist kräftig, aber noch nicht golden, war allerdings wegen des sehr reifen Leseguts nie blass. Der Duft ist klar, süßlich nach reifer Birne mit Vanille und Butter, sehr breit und angenehm weich. Auch eine für etwas ältere Weine typische Firnnote (Reifeton) begleitet den Eindruck.
Der ganze Mund wird sofort voll und weich von dem Wein besetzt. Gleichzeitig hat man einen Säureeindruck an den Seiten und eine frische Zitrusnote. Im Abgang bleibt eine leichte Grapefruit-Bitternote, die nach den würzig-mineralischen Eindrücken zum Zuge kommt.
Mit reichlich Alkohol (13,5%) ausgestattet, hat man es hier mit einem üppigen Mundvoll Wein zu tun, dessen wechselnd wahrgenommenen Fruchtkomponenten und Mineralnoten lebendig am Gaumen spielen.
Stand Januar 2012
